Mein Grüner Blog


Meine grüne Welt. Hier will ich inspirieren. Zum Rausgehen, zum Augen öffnen und vielleicht zum Nachmachen. Viel Vergnügen!

Juli 2019

Wilde Wiesen Limonade 

Der erfrischende Sommerdrink

Viele Softdrinks bestehen meist aus Zucker und ungesunden Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Deshalb empfehle ich einfach eine Wildkräuter-Limo selber machen. Die Wilden Wiesenkräuter und Blüten enthalten viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und geben Dir den FITALEN FRISCHEKICK im Sommer!

 

ZUTATEN

Mineralwasser (ich nehme frisches Quellwasser), 100 ml Apfelsaft, eine halbe Bio-Zitrone, eine Handvoll Gierschblätter, 2 Stängel Gundelrebe (Blüten und/oder Blätter), eine Handvoll Blüten von z.B. Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Rotklee und/oder Holunder…

 

ZUBEREITUNG

Die Wildkräuter und Blüten mit einem Stößel oder Nudelholz etwas quetschen, in ein Gefäß geben und mit Apfelsaft aufgießen. Ein paar Stunden ziehen lassen. Abseihen und die Pflanzenreste gut ausdrücken. Mit Mineral-) Wasser aufgießen und Zitronensaft nach Belieben dazu geben.

 

Mai 2019

Waldpesto

Nadeln weich wie Butter

Eine wahrlich köstliche Rarität. Ein Pesto aus Maiwipferl. So nennt man die Triebspitzen, die im zeitigen Frühling an den Fichten sprießen. 

Diese zarten jungen Triebe, die deutlich an ihrer helleren Farbe zu erkennen sind, können aufgrund des hohen Vitamin C Gehalts, auch als Heilmittel verwendet werden. Die Wirkung liegt vor allem im Bereich der Lungenerkrankungen, weil die ätherischen Öle beim Inhalieren oder als Tinktur eingenommen die Lunge desinfizieren und reinigen.

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Ich mache aus den butterweichen Trieben ein WALDPESTO

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Dazu verwende ich eine Handvoll frischer Triebspitzen. Bitte erntet achtsam und nicht zuviel von einem Baum! Zuhause lasse ich sie noch ein paar Stunden ausgebreitet liegen, damit auch die kleinsten Insekten eine Möglichkeit haben zu entfliehen. Dann zerkleinere ich die Fichtenspitzen mit dem Wiegemesser bis eine feine Masse entsteht. Füge gutes, Bio-Olivenöl hinzu, etwas Salz und fülle es in ein Glas. Am Ende gieße ich noch Olivenöl auf das Pesto, damit dies den Abschluss bildet und nicht schimmeln kann. Das Glas verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.

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TIPP: Erst bei der Zubereitung füge ich dann Parmesan und geröstete Walnüsse oder Pinienkerne hinzu. Damit hält das Pesto länger.

 

 

April 2019

Gründonnerstags-Suppe I Neunkräutersuppe

Good Bye Frühjahrsmüdigkeit

Am Gründonnerstag gibt es bei mir seit vielen Jahren ausschließlich grüne Speisen. 

An die Neunkräuter-Suppe habe ich mich bisher nie getraut. Wieso eigentlich? Es ist so so einfach!!!

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Die Neunkräuter-Suppe oder Neunerleisuppe ist eine Art Kultspeise, die traditionell am Gründonnerstag auf den Tisch kommt.

Der Brauch geht bis zu den Kelten und Germanen zurück. NEUN Wildkräuter sind darin enthalten, diese dienen der Frühlings-Detox-Kur, entschlacken also und bringen neue Kraft. Good Bye Frühjahrsmüdigkeit!

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Die Zahl NEUN (zusammengesetzt aus den magischen 3x3), die immer eine Bedeutung im Jahreskreis hat und hatte. 

Demnach gehören nicht ganz zufällig NEUN wilde Kräuter in die Gründonnerstagsuppe. Sie wurde als Dank an die Vegetationsgottheiten gekocht. Die wiederum für die Rückkehr der Vegetation zuständig waren. 

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Die genaue Zusammensetzung der Neunkräutersuppe ist je nach Region verschieden.

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Meine Variante besteht aus der eisenreichen Brennnessel, dem Giersch, ein wahrer Vitamin C Spender, das Gänseblümchen, welches den Stoffwechsel anregt, der blutreinigende Ehrenpreis, der gefäßschützende Bärlauch, der verdauungsanregende Löwenzahn, die Proteinbombe Buchenkeimlinge, das Vitamin C reiche Scharbockskraut (Scharbockskraut nur vor der Blüte verwenden!).

Und ein paar Blätter roten Spinat - kein wirkliches Wildkraut. Kommt aber jedes Jahr unaufgefordert wieder im Garten zum Vorschein. 

 

Zutaten für 2 Personen

3-5 Händevoll gemischte Wildkräuter, etwas Butter, 1 kleine Zwiebel, 2 kleine Kartoffeln, bisschen Hafermilch (ihr könnt auch Sahne nehmen), 1 TL Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Parmesan.

Zubereitung

Die Zwiebel klein schneiden und in Butter glasig dünsten. geschälte Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und dazugeben.

Mit Brühe aufgießen und circa 8-10 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln weich sind. Die Wildkräuter kurz abbrausen, grob schneiden und dann zum Schluss für ein paar Minuten mitkochen lassen. Einen guten Schuss Hafermilch dazugießen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Danach das Ganze gut pürieren. Etwas Parmesan darüber reiben und mit Blüten dekorieren. Buon Appetito! 🌿

Buchen Bähm!

Die nussige Delikatesse

Es ist gerade so, als würde die Natur explodieren und zack: alles ist GRÜN!

Die Wiesen verfärben sich vom winterlichen beige/grau ins satte grün. Überall aus dem Waldboden spitzen neue Triebe, Blätter und zwischen dem Laub vom Herbst kämpfen sich fast mühelos die Baumsprösslinge hindurch. 

Genau jetzt und jetzt und jetzt ist der Moment, in dem ich bei jedem Spaziergang, bei jedem Trailrun, bei jedem Waldbaden das Gefühl habe, als würde ich mich inmitten eines gigantischen Frische-Marktstandes befinden. 

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HEUTE: BUCHENSRÖSSLINGE

Eine rare Delikatesse, die noch kaum jemand kennt und probiert hat.

Im Herbst haben wir vielleicht noch aus der dreikantigen Schale die nussigen Bucheckern gepult. Oder wir kennen es aus Kindheitstagen. Jetzt im Frühling treiben die Bucheckern, die wir nicht vernascht haben, zu köstlichen Sprösslingen. Die Buchecker benötigt übrigens eine Kältephase, bevor sie dann in der darauffolgenden Wärme austreibt. Das nennt man Stratifizieren (Angeberwissen! ;-) )

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Die Buche gilt als „Die Mutter des Waldes“ und ist der weinverbreitetste Laubbaum in Deutschland. Eine ausgewachsene Buche hat rund 600.000 Blätter und kann über 300 Jahre alt werden. Eine Buche blüht erstmals nach circa 60 Jahren - und auch nur alle 5-8 Jahre. Im Folgejahre des letzten „Mastjahres“ säumen unendliche viele kleine Buchenkeimlinge wie ein grüner Teppich im Buchwald. 

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Das junge Buchengemüse ist etwas für wahre Feinschmecker. Ihre milde, nussige Note hat zudem auch einiges an Proteine, Vitamine und wertvolle Mineralstoffe, die uns heiter durch den Frühling kommen lassen. Ich mache mir die Sprösslinge als Antipasti, als Salat, in den Smoothie oder verwende sie als Speisendekoration. 

Der Lenz ist da!

wow... jetzt pusht die Natur und es ist so richtig was los da draussen! 

Ich will Euch heute was über den SPITZAHORN erzählen. 

Noch lassen die Laubbäume genügend Licht, damit die Samen sich entfalten können.

Die Fotos entstanden gestern beim Waldbaden, der Boden ist übersät mit Ahornkeimlingen.

 

Es gibt übrigens 200 verschiedene Ahornarten weltweit

Dabei sind Feldahorn, Bergahorn und der Spitzahorn gängig in Europa, der Spitzahorn ist häufigster Vertreter der Ahornfamilie. Die Bäume werden bis zu 30 Meter hoch und 200 Jahre alt +

Das erste Mal blüht ein Ahornbaum nach circa 15 Jahren. 

Vor den Austrieb der Blätter blüht der Baum. Und zwar so richtig schön!

Bestäubt werden Blüten von Bienen und anderen Insekten. Eine wichtige Futterquelle im Frühling.

Das Holz des Spitzahorns wird häufig zur Herstellung von Musikinstrumenten verwendet.

Der berühmte Geigenbauer Antonio Giacomo Stradivari baute bereits vor rund 300 Jahren die wertvollen Streichinstrumente aus Ahornholz.

In der NATURHEILKUNDE finden Ahornblätter, -zweige und -sirup Verwendung. Bereits im alten Ägypten kam Ahorn zu medizinischen Zwecken zum Einsatz. Traditionell wurden die Blätter bei Schwellungen und Entzündungen der Haut sowie Insektenstichen angewendet. Zur Fiebersenkung verwendete man im 12. Jahrhundert beispielsweise ein Wasserbad, in dem zuvor Ahornblätter und -zweige gekocht wurden.

Anwendung:

Menstruationsbeschwerden, Muskelschmerzen, "schwere Beine", Wadenkrämpfe, Hautödeme, Prellungen, Fieber, Insektenstiche.

Inhaltsstoffe, junge Blätter: u.a. Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen, Zucker, Eiweis. 

 

Verwendung in der Küche: 

Die KEIMLINGE verwende ich für die Kräutermischung im Frühlingsquark, in der Wildkräuterbutter, in den grünen Smoothie und getrocknet im Wildkräutersalz.

Die BLÜTEN (gerade geöffnet, fast noch  knospige Blütenstände) eigenen sich als kurz gebratenes Gemüse, in Bratlingen. Die gerade aufgeblühten Blüten (jetzt im April) können (ohne die Knospenschuppen) gut in Salat- und Rohkostspeisen eingearbeitet werden. Sie geben auch Kräutermischungen und Wildkrautsalz eine feine Note.

 

Viele kennen vielleicht den Ahorn-Sirup. Dieser wird vom nordamerikanischen Zucker-Ahorn gewonnen. Unsere Ahorne  führen wesentlich weniger Zucker in ihrem Saft, enthalten sind jedoch viele Mineralien. Der Saft wird, durch anbohren des Stammes, von März bis April gewonnen. Wer wissen will, wie das geht, schreibt mir bitte eine PN!

 

Viel Freude da draussen!

 

Wenn ihr Euch nicht sicher seid, können Wildkräuter-Spaziergänge und Workshops auch bei mir gebucht werden. Ich führe Euch in die Wildkräuterkunde ein und wir erkunden Überraschendes und entdecken die Naturkostbarkeiten in unserer heimischen Speisekammer.  Infos und Termine 

Frühlings-Smoothie!

Der Gesundheits-Boost

Mein Frühlings-Smoothie Tipp

Zutaten: Babyspinat, Orange, Staudensellerie, Ananas, Banane (sehr reif und gefroren)

Deko: Gänseblümchen, Veilchen

 

Alles in den Mixer geben und schaumig schlagen. 

März 2019

V e i l c h e n

das kleine lila Duftwunder

Veilchenblüten sind essbar und dabei auch noch gesundheitsfördernd. Schon der legendäre Pfarrer Kneipp schrieb: „Dieses liebliche, wohlduftende Frühlingsblümchen soll mit seinem Heildufte unsere Hausapotheke erfüllen“.

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Ich habe diese Woche Veilchenhonig angesetzt und verwende es u.a. auch für die Wildblüten-Butter und als Speisedekoration

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Wegen dem besonders wohlriechenden und beruhigenden Duft wurde das Veilchen bereits von den Griechen und Ägyptern zu verschiedenen Ritualen und Götterverehrungen genutzt. Die Ägypter haben schon vor 3000 Jahren Duftessenzen hergestellt, bei denen das Veilchen eine große Rolle gespielt hat. Aber auch von der Heilkraft hatte man damals Kenntnis und hat sie vielseitig eingesetzt.

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Der Duft von Veilchen macht GLÜCKLICH! probiert es aus - es zaubert Euch sofort ein Lächeln ins Gesicht 

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Ein Tee aus Veilchenblüten hilft bei Bronchitis, Halsentzündungen und ganz allgemein bei Erkältungen. Die schleimlösende Wirkung des Veilchens kann zudem Linderung bei hartnäckigem Husten bringen. Außerdem wirken Veilchenblüten beruhigend und fördern den Schlaf. Und sogar die Blätter der Pflanze könnt ihr trocknen. Da sie, als Tee getrunken, leicht abführend wirken, eignen sie sich auch für eine Detox-Kur im Frühling.

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Und bitte immer beachten: nicht alle Blüten abernten! Immer einen Teil stehen lassen.